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Ich bins, der Jan!
Herkunft
Johann Bockelson wurde als Sohn des Schulzen Jan Beukels und der Dienstmagd
Aleke im Münsterland geboren. Er lernte das Schneiderhandwerk und arbeitete in
Flandern und England. Er zog nach Leiden und heiratet die Witwe eines Schiffers.
Als Kaufmann reiste er bis nach Lübeck und Lissabon. Schließlich betrieb er in
Leiden eine Gastwirtschaft, war Meistersinger, Reimdichter und Schauspieler bei
den städtischen Festspielen.
Begegnung mit dem Täufertum
1533 lernte er den Wiedertäufer Jan Matthys kennen und ließ sich von ihm taufen.
Sein Interesse für die neue christliche Gruppierung war schon zuvor erwacht, als
er bei einem Besuch in Münster einige Predigten von Bernd Rothmann hörte.
Das Täuferreich von Münster
Jan Matthys sandte Jan van Leiden als Apostel nach Münster, um die dortigen
Wiedertäufer zu unterstützen. Bald wurde er neben Matthys ihr Führer in der
Stadt. Die Wiedertäufer errangen die Mehrheit im Rat und machten Münster zu
einer ihrer Hochburgen. Der aus der Stadt vertriebene Bischof Franz von Waldeck
belagerte die Stadt jedoch seit dem 28. Februar 1534 mit Hilfe von
Landsknechtstruppen des Landgrafen Philipp von Hessen.
Als Matthys bei einem Ausfall aus der belagerten Stadt am 4. April 1535 ums
Leben kam, stieg van Leiden zum alleinigen Führer der Wiedertäufer in Münster
auf. Er nahm den Königstitel an, errichtete das "Königreich Zion" und umgab sich
mit einem glänzenden Hofstaat. Mit Hilfe von "12 Aposteln" als seinem Rat und
zusammen mit seinem Statthalter und Scharfrichter Bernd Knipperdolling und
seinem "Reichskanzler" Heinrich Krechting soll er ein Schreckensregiment
ausgeübt und jeden Widerstand in Blut erstickt haben. In Vorbereitung auf die
vermeintlich nahende Endzeit ließ er alle Bücher bis auf die Bibel verbrennen.
Geld wurde abgeschafft und Vielehe und Gütergemeinschaft eingeführt. Verstöße
gegen die Zehn Gebote wurden mit Todesstrafe belegt.
Jan van Leiden hatte 17 Frauen - eine von ihnen, Elisabeth Wandscherer, soll er
inmitten der Volksversammlung auf dem Markt eigenhändig enthauptet haben, weil
sie ihn verlassen wollte. Zweifel an der historischen Wahrheit dieser
Überlieferungen sind angebracht, da die kirchliche und weltliche Obrigkeit sie
nach ihrem Sieg über die Täuferbewegung zum Zwecke der Abschreckung verbreiten
ließ.
Ende
Jan van Leidens Täuferreich endete, als die Truppen des Bischofs und des
Landgrafen von Hessen am 25. Juni 1535 Münster infolge Verrats einnahmen. Erst
nach erbitterten Straßenkämpfen wurden die Anhänger der Täufer besiegt. Die
Gegenreformation nahm ihren Lauf und ermöglichte allen Täufern und auch
Lutheranern unter Strafandrohung die Rückkehr zum "rechten" Glauben. Antonius
Corvinus (1501-1553) wollte auch van Leiden, Bernd Knipperdolling und Bernd
Krechting bekehren. Da ihm das nicht gelang, wurden sie am 22. Januar 1536 mit
glühenden Zangen zu Tode gezwickt. Ihre von Marterwunden übersäten Leichen
wurden in eisernen Käfigen am Turm von St. Lamberti zur Abschreckung aufgehängt.
Während die Skelette bis 1881 zu sehen waren, hängen die Käfige immer noch.
Hauptprediger Bernd Rothmann und Bernd Krechtings Bruder Heinrich konnten
entkommen.
Quelle: Wikipedia,
http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_van_Leyden
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